Der klassische Gottesdienst

feierlich – wortstark – traditionsbewusst

Es gibt in unserer Gemeinde vielfältige Gottesdienstformen, modern, für Familien, mit Taufen, für Jubilare, Konfirmationen, Ökumene, besondere Feiertage, mit Blasmusik oder Orchester, Chor oder Rockband. Wer den schlichten, traditionellen, mit Orgelmusik gestalteten und auf eine klassische Predigt konzentrierten Gottesdienst sucht, soll mit dieser besonderen Gottesdienstreihe angesprochen werden.
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Predigtreihe 2020

„Die grossen Fragen des Glaubens“
Dissonanzen und (k)eine Auflösung

Das Böse
Das Leiden
Nach dem Tod
Glaube und Wissen

Dissonanzen und (k)eine Auflösung
In der Musik gehören Dissonanzen zu den treibenden Kräften, geht es doch immer um Spannung und Entspannung. Dissonanzen fordern eine Auflösung und treiben eben dadurch die Musik weiter. Der Spannungsgehalt eines Zusammenklangs lässt sich physikalisch berechnen und mit anderen Klängen vergleichen. Je einfacher das Verhältnis zwischen den Tönen (rps. deren Schwingungszahlen), umso entspannter die Mehrklänge. Vollkommene Konsonanzen waren über ganz lange Zeit nur Quinte/Quarte und die Oktave. Da gehört zB unser normaler Durdreiklang nicht dazu, da die Terz als Dissonanz galt. Die Wahrnehmung und Behandlung der Dissonanzen hat sich ständig gewandelt. In der klassischen Musik sprach man ab ca. Mitte des 19. Jahrhunderts manchmal von Farben (chroma) statt von Dissonanzen, im Jazz wurden die Vierklänge mit sog. tensions erweitert, um mehr Spannung zu finden und diese auch dosieren zu können.
Für die vier klassischen Gottesdienste haben Esther Lenherr und Georges Pulfer je ein zentrales Musikstück ausgewählt. Die ersten beiden Stücke verpflichten sich dem klassischen Bild der Dissonanzen, nämlich, dass diese aufgelöst werden müssen. Im Februar hören Sie das grosse Präludium in e-Moll von Nicolaus Bruhns (1665-1697), im April von Johann Sebastian Bach (1685-1750) "Weinen, klagen, sorgen, zagen". In der zweiten Jahreshälfte geben dann die Farben den Ton an. Beim Synästhetiker Messiaen (1908-1992), klassischer Gottesdienst im Oktober, sogar in ganz besonderem Mass. Lesen Sie nach über die besondere Gabe der Synästhesie. "hell und dunkel" der heute bald 90-jährigen Komponistin Sofia Gubaidulina prägt den klassischen Gottesdienst im Dezember. Sie sagt: "Ich bin überzeugt davon, dass die Kunst ihre Hauptwurzeln in der Religion hat. Das ist eine Dimension, die uns mit Vollkommenheit, mit absoluter Wahrheit verbindet."

Predigtreihe 2019: Die vier reformatorischen Soli

Sola fide: allein aus Glauben
Solus Christus: allein Christus
Sola gratia: allein aus Gnade
Sola scriptura: allein die Schrift.