Geschichtliches zur Kirche

Die Grubenmann-Kirche in Wädenswil ist ein handwerkliches Meisterwerk des 18. Jahrhunderts.

1763 stimmte die Gemeindeversammlung der stark im Wachstum begriffenen Gemeinde mit grossem Mehr dem Neubau einer Kirche unter der Leitung des Baumeisters Johann Ulrich Grubenmann aus Teufen zu. Die Finanzierung kam durch Versteigerung der Sitzplätze zustande. Am 23. August 1767 konnte die Einweihung mit Festpredigt, Kantate und grossem Volksfest gefeiert werden. Heute erinnert noch die Chilbi in Wädenswil an dieses bedeutende Ereignis.
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Aussenarchitektur

Die aus Bruchsteinmauerwerk aufgeführen rund meterdicken Fassaden der Kirche sind durch ein weitmaschiges System horizontaler und vertikaler Teilungen gegliedert, in das sich die Fenster locker einordnen.
Der Turm ist 64 Meter hoch. Im Gegensatz zum Kirchenraum ist der Turm unbarock gehalten. Die Turmmauern bestehen aus Bruchsteinen. Der neu vergoldete und mit Dokumenten versehene Turmknopf und der mächtige Güggel zieren die Turmspitze mit Wetterfahne.
Im Turm der alten, 1764/65 abgebrochenen Wädenswiler Kirche hingen drei Glocken von 21, 11 und 8 Zentnern Gewicht. Sie waren aber "gar gering und schlecht". Die Gemeindeversammlung vom März 1765 beschloss daher die Anschaffung eines neuen fünfstimmigen Geläutes im Gesamtgewicht von 142 Zentnern.

Innenarchitektur

Der Innenraum der Kirche überrascht mit einer stützenlosen Decke, die mit Hohlkehlen in die Wände übergeführt ist, und den 34,5 Meter langen, 17,8 Meter breiten und 12,3 Meter hohen Kirchenraum zur Einheit zusammenfasst. In den vier Ecken, wo die Treppen zu den Emporen hinaufführen, sind die Mauern leicht abgeschrägt.
Wie in jedem Barockraum kommt auch in der reformierten Kirche Wädenswil das Zusammenwirken von Baumeister und Stuckateur prachtvoll zur Geltung. Die ausdrucksvollen Stuckaturen im Rokoko-Stil sind das Frühwerk des Voralbergers Peter Anton Moosbrugger (1732-1806), der auch die schwarze Kanzel mit weisser Bekrönung gestaltet hat.
Die 1767 eingeweihte Wädenswiler Kirche hatte während fast 100 Jahren helle, butzenscheiben-ähnliche Fenster, die stilistisch auf den Kirchenraum des Rokoko abgestimmt waren. Diese wurden 1861 durch Farbfenster und 1983 durch stilistisch passendere ersetzt.

Dachstuhl

Der Dachstuhl ist ein Meisterwerk der Zimmermannskunst. Die Wädenswiler Kirche besitzt laut Josef Killer aus Baden eine der kühnsten Dachkonstruktionen der Schweiz und wird deshalb regelmässig von zimmermännischen Berufsschulklassen bestaunt.

Orgel

Die Grubenmannkirche wurde ohne Orgel konzipiert und gebaut - gemäss der damaligen reformatorischen Tradition. Erst 1824 wird der Bau einer Orgel in Angriff genommen.

Informationen über die heutige klangprächtige Kirchenorgel aus dem Jahr 2001 und ihre Vorgängerinstrumente finden Sie » hier.

Orgelkonzerte

Dokumente