Aktion "Froge dörfsch immer"

Bild wird geladen...
Eine Umfrage zur Auswirkung von Covid-19 auf den sozialen Zusammenhalt. Ganz nach dem Motto Brücken bauen statt Mauern!
Lucien Spielmann,
Die Fronten um die Impfdebatte sind verhärtet, dies ist auch unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu spüren. Neben dem ohnehin schon grossen gesellschaftlichen Druck, der auf jungen Menschen lastet, kommt durch die Covid-19 Debatte noch ein weiterer hinzu. Auf beiden Seiten gibt es gegenseitige Argumente und unterschiedliche Haltungen. Nicht selten manifestieren sich diese Differenzen im eigenen Freundes- oder Familienkreis. Mit der Aktion «Fröge dörfsch immer» wurde der Versuch gestartet, diese Spannungsfelder sichtbar zu machen. Im Rahmen einer Umfrage haben insgesamt 50 Personen teilgenommen. Davon waren 53% zwischen 13 bis 30 Jahre alt, während 20% zwischen 31 bis 40 Jahre alt waren. Obwohl 59% der Befragten angeben, geimpft zu sein, haben nur 18% viel bis vollstes Vertrauen in die Politik. Im Zusammenhang dieses Resultates wurde ein Interview mit dem Wädenswiler Stadtrat Jonas Erni durchgeführt. Er hat vollstes Verständnis der Gruppe gegenüber, die der Politik und den Massnahmen misstrauen, zumal die vergangenen politischen Aussagen im Zusammenhang mit der Impfung ambivalent waren. Dennoch ist für ihn die Impfung als Eigenschutz insbesondere für die Risikogruppe unerlässlich. Im gleichen Zug erwähnt er, sollen Jugendliche und junge Erwachsene entlastet werden und ein gleichwertiger Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe ermöglicht werden. Die Finanzkraft junger Menschen ist im Vergleich zu über 30 Jährigen geringer. Als Mitglied der Fraktion SP setzt er sich daher insbesondere für diese Gruppe ein und fordert die Möglichkeit für kostenfreie Tests. Die Spannungen unter der Bevölkerung sind vorhanden und präsent. Er appelliert daher, einander zu akzeptieren und zu versuchen, miteinander darüber zu sprechen. Es ist wichtig, gemeinsam schöne Erlebnisse zu teilen, sich zu treffen und pragmatische Lösungen zu finden. Die Umfrage legt dar, dass aufgrund von Covid-19 von insgesamt 50 Personen 8 davon ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern haben, während 13 ein zerrüttetes Verhältnis zu ihren Verwandten haben. Im Freundeskreis der Befragten sind die Spannungen am deutlichsten. Dort geben 18 Personen an ein schlechtes bis sehr schlechtes Verhältnis zu ihren Peers zu haben. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde ein Handlungsbedarf abgeleitet. Werte wie Akzeptanz, Sympathie und Respekt sind von grosser Bedeutung. Im Zentrum steht dabei die Kommunikation. In einem niederschwelligen Rahmen im Freien fand eine Diskussion mit Jugendlichen statt. Dabei wurde ihnen vermittelt, was es bedeutet, «auf Augenhöhe» zu sprechen. Die persönliche Haltung spielt dabei keine Rolle. Der Anspruch war nicht, einander zu überzeugen, sondern miteinander wertschätzend zu kommunizieren. Methoden wie ein gemeinsames Commitment, in welchem vor dem Gespräch die dargelegten Werte vereinbart werden, sowie die «Sandwich Methode», in welcher es darum geht, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und dennoch die Eigene Haltung als «Ich» Botschaft wertfrei zu vermitteln, wurden gemeinsam thematisiert. Mit der Vermittlung dieser Grundlagen ergeben sich wichtige Bausteine für einen Beitrag zu einer kohäsiven Gesellschaft, indem aus einem Gegeneinander ein Für-und Miteinander entsteht, unabhängig der divergenten Haltungen in Bezug auf Covid-19.

Möchten Sie ein Seelsorgeangebot in Anspruch nehmen, oder Ratschläge finden, wie Sie ihrer Seele etwas gutes tun können? Wir als reformierte Kirche nehmen ihr Anliegen gerne entgegen. Weitere Informationen finden Sie » hier.