Gedanken zum Sonntag, 29. März

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Während der Corona-Zeit finden keine Gottesdienste statt. Wir werden aber an jedem Sonntag einen «Gedanken zum Sonntag» publizieren. Dabei können diese Gedanken ganz unterschiedlich ausfallen: Mal kann es eine Predigt sein, mal ist es ein Gedicht, vielleicht mal ein Film oder nur ein Lied… Lassen Sie sich überraschen!
Frédéric Légeret, Pfarrer,
Gedanken zum Sonntag, 29. März 2020


Texte der heutigen Losung (www.losungen.de)
Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.
Psalm 142,4

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.
2. Korinther 1,3-4

Liebe Leserin, lieber Leser
Seit zwei Wochen ist das öffentliche Leben stark eingeschränkt. Das sind wir uns hier in der Schweiz nicht gewohnt. Das Thema «Corona-Krise» dominiert unseren Alltag. Wir sind aufgerufen, die Nähe zu Menschen zu meiden und zu Hause zu bleiben. Nur wenn es wirklich nötig ist, soll man sich an Orte begeben, wo auch andere Menschen anzutreffen sind, also im Lebensmittelladen, beim Arzt, bei der Arbeit... Wer kann und darf, begibt sich ins Homeoffice und pflegt seine Kontakte telefonisch. Die Auswirkungen der Krise sind für die Menschen ganz unterschiedlich. Während einige sich kaum mehr nach draussen wagen und von der Einsamkeit fast erdrückt werden, geniessen andere diese Zeit, in der alles ruhiger läuft. Viele Menschen befinden sich in dieser Zeit aber in existenziellen Nöten. Ich denke dabei an betagte Menschen, an Personen, die gesundheitlich angeschlagen sind und an alle Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden, die vor dem finanziellen Ruin stehen. Und je länger der Lockdown andauert, desto mehr fühlt sich diese Zeit beklemmend an. Egal, wie wir von der Krise getroffen werden, sie betrifft alle Menschen. Sie lässt niemanden kalt. Alle sind in einer gewissen Art und Weise von diesem Virus betroffen. Es herrscht Ausnahmezustand, und niemand weiss, wann dieser genau vorbei sein wird.
In dieser Zeit sprechen mich die Texte der heutigen Losung besonders an. Es sind Texte der Hoffnung. Es sind Texte, die helfen darauf zu vertrauen, dass Gott den Weg trotz allem mit uns geht, ganz egal, wie dieser aussieht.
Im Text aus dem 2. Brief an die Korinther ist von einer Bedrängnis die Rede. Paulus meint hier eine Bedrängnis, die den Gläubigen aufgrund des Glaubens widerfährt. Sie werden von ihrer Umwelt angefeindet und erfahren lebensbedrohende Widerstände, weil sie sich in der Christusnachfolge befinden.
Die Corona-Krise ist von dem her gesehen keine Bedrängnis aufgrund von Glaubensfragen. Aber trotzdem kann uns dieser Text helfen. Der Corona-Virus bedroht alle Menschen. Er drängt uns in die Enge, führt in die Isolation, schränkt die Beziehungspflege ein, macht krank und tötet. Die Menschheit ist in Not. Wir sind in unserem Sein bedroht.
Darum empfinde ich diese Textstelle so hoffnungsvoll und stärkend. Wenn um uns herum nichts mehr so ist, wie es war, und wir uns fragen, wann, wie und ob es wie gewohnt wieder weitergehen kann, steht uns Christus zur Seite. Damit löst sich die Bedrohung nicht in Luft auf, aber sie wird erträglich. Gut möglich, dass wir sie zeitweise sogar vergessen. Gottes Trost schafft im Alltag Inseln der Ruhe und befreit unsere Gedanken vom Nebel. Er macht unseren Blick frei und lässt uns erkennen und darauf vertrauen, dass Gott seinen Weg mit uns geht. Oft geschieht dies im Stillen, ganz unscheinbar, und ist zum Teil erst im Nachhinein erkennbar.
Das Gebet von Arno Pötzsch, das die heutige Losung ergänzt, nimmt diesen Gedanken schön auf: «Lass uns tiefer dir vertrauen und getroster gehen! Kann kein Auge, Gott, Dich schauen, kann’s doch Spuren sehen. Spur von Schritten, die zur Nacht still vorübergingen, Strahlen, die mit Übermacht durch das Dunkle dringen.»

Lied-Vorschlag aus dem evangelisch-reformierten Kirchgesangbuch:
Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (Nr. 346,1-4)

Frage zum Weiterdenken: Erkennen Sie Gottes Spuren in ihrem Leben, ganz besonders in finsteren Zeiten?

Kollekte: Wir spenden heute dem Sozialwerk Pfarrer Sieber. www.swsieber.ch
PC 80-40115-7 / IBAN: CH98 0900 0000 8004 0115 7 / BIC: POFICHBEXXX