Auf den Spuren der Waldenser

Torre Pellice (Foto: O.Erni)
Am Sonntag, 1. Oktober sind wir zurückgekehrt von unserer Gemeindereise. Wir durften eine Ferienwoche im Piemont geniessen bei klarem, sonnigem Herbstwetter. Siebzehn Frauen und zehn Männer interessierten sich für die reformierte Minderheit in Italien. Pfarrerin Undine Gellner vermittelte uns die Geschichte der Waldenser. Das waldensische Gästehaus in Torre Pellice bot uns eine einfache Unterkunft und war Ausganspunkt für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung.
Margrith Jost,
Ruhig und sicher fuhr unser Chauffeur Hans Kälin Richtung Süden. Vogelschwärme flatterten über den Reisfeldern. Unser erstes Ziel war der Sacro Monte die Crea. Nach einem ersten, typisch italienischen Mittagessen spazierten wir rund um diesen heiligen Berg und bewunderten die vielen Kapellen mit lebensgrossen Figuren, welche Szenen, aus dem Leben Marias, darstellten.
Gegen Abend erreichten wir unsere Unterkunft in Torre Pellice. Ein Blick in die umliegenden Berge liess schon erahnen in welcher Kargheit und Armut die Waldenser damals lebten. Die erste Nacht in der ungeheizten Foresteria machte uns bewusst, wie viel Komfort wir uns gewohnt sind. Eine Wanderung im bergigen Angrogna führte uns zu geheimen Versammlungsorten in Höhlen, vorbei an einem Gedenkstein zu einem winzigen Schulhäuschen. Eine Führung im neugestalteten Museum der Waldenser gab einen vertieften Einblick in die Geschichte, die von Verfolgung, Vertreibung, Exil und Rückkehr geprägt war, aber auch von einer Liebe zur Bibel und dem Wunsch sein Leben konsequent nach dieser auszurichten.
Nach der intensiven Auseinandersetzung mit den Waldensern gab es aber auch noch das typische Piemont zu entdecken: Cuneo, die schmucke Stadt, wo wir in einer Kirche eine aussergewöhnliche, sehr sinnliche, farbige Krippe entdeckten. Die Cicciu, grosse Stein-Pilze, deren Hüte bis 8m Durchmesser haben und die stolz in ihrem Wald stehen. Die romanische Abbazia von Vezzolano, erfüllt von Undines Geigenspiel und unserem Gesang. Turin, mit seinen weitläufigen Arkaden, riesigen Plätzen und Palästen. Die Casa Cavassa, ein Palazzo im Renaissancestil in Saluzzo und natürlich die Tenuta Tamburnin, ein Weingut in den Hügeln mit herzlichen Weinbauern und einem lustigen Trüffelhund, wo wir ein feines "Z'Mittagsplättli" geniessen und die hauseigenen Weine probieren durften.
Es bleiben viele Erinnerungen an stimmige Momente, gute Gespräche mit Menschen, mit denen man unterwegs war.
Piemontreise 22
02.10.2022
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Fotograf/-in
Margrith Jost und Weitere